Erläuterungen

Thema Erläuterungen
Durchfluss (Q)

Der Durchfluss (Q) ist nach DIN 4049-3 das Wasservolumen, das einen bestimmten Querschnitt in einer Zeiteinheit durchfließt und wird in Kubikmeter pro Sekunde (m³/s) angegeben.  Er beschreibt den Teil des gefallenen Niederschlags, der in Bächen, Flüssen und Kanälen abfließt.

In Berlin wird der Durchfluss gemessen oder aus einer Wasserstands-Durchfluss-Beziehung (W/Q-Beziehung bzw. Abflusskurve) ermittelt. Zur Erfassung des Durchflusses kommt je nach Gegebenheit das Ultraschall-Laufzeitverfahren, das Ultraschall-Doppler-Verfahren in Horizontalaufstellung sowie das Oberflächen-Radarsensor zum Einsatz. An einigen Stellen wird der Durchfluss über W/Q-Beziehungen ermittelt. Diese Daten werden im Wasserportal nicht publiziert, sondern können auf Nachfrage bereitgestellt werden. Parallel werden Stichtagsmessungen zur Überprüfung der kontinuierlich erfassten Durchflüsse durchgeführt.

In der Übersichtskarte erfolgt die räumliche Darstellung der Durchflüsse. Die Klassifizierung und Einfärbung der Durchflüsse für die senatseigenen Pegel basiert auf den Hauptwerten. Es erfolgt eine Unterscheidung in mittleren Niedrigwasserdurchfluss, mittleren Durchfluss, mittleren Hochwasserdurchfluss und höchsten gemessener Durchfluss. Zudem werden Stationen unterschieden, die zurzeit inaktiv sind oder für die keine Klassifizierung bzw. keine aktuellen Daten (>24h) vorliegen. Ein Klick auf die Station führt zu weiteren Informationen sowie den aktuellen Messwerten dieser Messstation.

Für die einzelnen Messstationen wird der Durchfluss bezogen in m³/s angegeben. Folgende Daten werden als Diagramm dar- und zum Download zur Verfügung gestellt. Für die Darstellung kann der Zeitraum und die Auflösung frei gewählt werden.

Zeitreihe

Verfügbarer Zeitraum

Aktualität

Auflösung

Aggregation

Aktuelle Messwerte

Letzten 12 Monate

ca. 30 Minuten bis 6 Stunden

15 Minuten

Einzelwert

Tageswerte

Gesamt

Täglich

Tageswerte

Tagesmittelwert

Monatswerte

Gesamt

Monatlich

Monatswerte

Monatsmittelwert

Monatsmaximum

Monatsminimum

Haftungsausschluss

Die Senatsverwaltung bemüht sich, möglichst korrekte Daten zu publizieren. Die Senatsverwaltung übernimmt jedoch keine Haftung und Gewährleistung für die inhaltliche Richtigkeit, die Genauigkeit, die Aktualität, die Zuverlässigkeit und die Vollständigkeit der veröffentlichen Informationen. Die Senatsverwaltung behält sich ausdrücklich vor, jederzeit Inhalte ohne Ankündigung ganz oder teilweise zu ändern, zu löschen oder zeitweise nicht zu veröffentlichen. Haftungsansprüche gegen die Senatsverwaltung wegen Schäden materieller oder immaterieller Art, welche aus dem Zugriff oder der Nutzung bzw. Nichtnutzung der veröffentlichten Informationen, durch Missbrauch der Verbindung oder durch technische Störungen entstanden sind, werden ausgeschlossen.

Im Wasserportal werden zusätzlich Daten Dritter von Behörden, Organisationen und Einrichtungen angezeigt, für die ebenfalls der obige Haftungsausschluss gilt.

Hochwasser

Hochwasser wird der Zustand von Gewässern genannt, bei dem ihr Wasserstand deutlich über dem Pegelstand ihres Mittelwassers liegt.

Leitfähigkeit

Die elektrische Leitfähigkeit ist ein Maß für den Gesamtgehalt der im Wasser gelösten Salze. Die Messwerte werden in der Einheit Mikrosiemens pro cm (µS/cm) und auf eine Bezugstemperatur von
25 °C normiert angegeben.

Die Leitfähigkeit wird im Wesentlichen durch die Konzentrationen der Kationen Natrium, Calcium, Magnesium und Kalium sowie der Anionen Chlorid, Sulfat, Hydrogencarbonat, Karbonat und Nitrat bestimmt.

Die elektrische Leitfähigkeit eines Gewässers ist abhängig von der Geologie des Einzugsgebietes (Freisetzung von Salzen durch Gesteinsverwitterung). Durch Abwassereinleitungen können erhöhte Leitfähigkeiten auftreten. In den Wintermonaten kann auch der Eintrag von Streusalzen von Verkehrsflächen zu einem Anstieg der Leitfähigkeit führen.

Niederschlagswasser selbst weist im Allgemeinen eine sehr geringe Leitfähigkeit auf. Bei stärkeren Regenereignissen lässt sich daher ein Rückgang der Leitfähigkeit im Gewässer beobachten.

Messnetz Wasserqualität Berlin

Das im Wasserportal dargestellte Berliner Messnetz Wasserqualität besteht aus fünf Messstationen und sechs online-Messstellen.

Bei den ganzjährig betriebenen Messstationen befindet sich die Messeinrichtung in einem Gebäude bzw. Container. Mit Hilfe einer Tauchpumpe wird Wasser aus dem Gewässer (Entnahmetiefe ca. 0,5 m) in einen Probentopf transportiert, in dem Messsonden zur Erfassung von Wassertemperatur, Leitfähigkeit, pH-Wert und gelöstem Sauerstoff installiert sind (On-site-Messung).

Bei den Online-Messstellen werden Multiparametersonden direkt im Gewässer in einer Wassertiefe von ca. 0,5 m installiert (In-situ-Messung). Die eingesetzten Sonden verfügen jeweils über vier Sensoren zur Messung der Wassertemperatur, der Leitfähigkeit, des pH-Wertes sowie des gelösten Sauerstoffs. Diese Messsonden sind in der Regel von Mitte April bis Mitte Oktober in Betrieb. Außerhalb der Betriebszeit sind die Online-Messstellen im Wasserportal als „inaktiv“ gekennzeichnet.

Mittelwasser

Als Mittelwasser (abgekürzt MW) bezeichnet man in der Nautik (Seefahrt), Ozeanografie und Hydrologie die über längere Zeit gemittelte Höhe des Wasserspiegels (Wasserstand) an einem ausgewählten Punkt eines Gewässers.

Pegelnullpunkt (PNP)

Der Pegelnullpunkt gibt die Höhenlage des Nullpunkts der Pegellatte, bezogen auf das amtliche Höhensystem DHHN92 an und wird in Meter über Normalhöhennull (NHN) angegeben. Es erfolgt regelmäßig die geodätische Einmessung der Höhenlage des PNP relativ zu den Pegelfestpunkten.

pH-Wert

Der pH-Wert ist definiert als negativ-dekadischer Logarithmus der Wasserstoffionenaktivität. Vereinfacht ausgedrückt zeigt er die Anwesenheit von Säuren oder Laugen in wässeriger Lösung an.

Der pH-Wert von Oberflächengewässern hängt von vielen Faktoren ab. In natürlichen Gewässern bewegt er sich im Allgemeinen zwischen 6,5 und 8,5.

Biologische Prozesse beeinflussen den pH-Wert. Photosynthese und Atmung der Wasserorganismen führen zu einem Tagesgang. Auch Nitrifikations- und Denitrifikationsprozesse des Stickstoffkreislaufes bewirken eine Verschiebung des pH-Wertes in den sauren (Nitrifikation) bzw. alkalischen (Denitrifikation) Bereich.

Sauerstoffgehalt, Sauerstoffsättigung

Sauerstoffgehalt, Sauerstoffsättigung

Der Gehalt an gelöstem Sauerstoff in einem Gewässer ergibt sich aus dem Sauerstoffeintrag (Eintrag aus der Atmosphäre, Photosynthese von Wasserorganismen) und der Sauerstoffzehrung (Abbau organischer Substanzen, Atmung von Wasserorganismen).

Der Sauerstoffeintrag aus der Atmosphäre erfolgt über die Wasseroberfläche und wird durch Turbulenzen gefördert.

Mit steigender Temperatur nimmt die Löslichkeit von Sauerstoff im Wasser ab. Die Sauerstoffsättigung gibt an, wieviel Prozent der physikalisch maximal möglichen Sättigung zum Zeitpunkt der Probenahme erreicht wird. Jahres- und tageszeitliche Schwankungen des Sauerstoffgehaltes können auf die Temperaturabhängigkeit der Löslichkeit zurückgeführt werden. Große Tagesschwankungen mit hohen Sauerstoffübersättigungen bzw. –untersättigungen können ein Hinweis auf hohe Photosynthese- bzw. Respirationsaktivität aufgrund von Eutrophierung darstellen.

Als lebenswichtiges Element für tierische und pflanzliche Organismen kommt dem gelösten Sauerstoff eine zentrale Bedeutung zu.

In den innerstädtischen Berliner Gewässern können nach Mischwasserüberläufen in Zusammenhang mit sommerlichen Starkregenereignissen besonders kritische Sauerstoffgehalte auftreten. Die eingeleiteten organischen Substanzen werden dabei durch Mikroorganismen unter starkem Verbrauch von Sauerstoff abgebaut.

Warnungen

Für das Land Berlin besteht keine Hochwassermeldeordnung, die die Hochwassernachrichten bzw. Hochwasserwarnungen und Handlungsketten im Hochwasserfall regelt.  In Berlin ist die Hochwassersituation maßgeblich von den Zuflüssen aus dem Land Brandenburg sowie den Niederschlägen auf das Stadtgebiet abhängig. Daher wird die aktuelle Hochwassersituation basierend auf den aktuellen Wasserständen sowie den Warnungen des Land Brandenburgs und des Deutschen Wetterdienstes beurteilt.

Liegt weder eine Hochwasserwarnung aus Brandenburg  noch eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes vor, ist die Gesamtsituation in Berlin einzig von den aktuellen Wasserständen in den Gewässern abhängig. Die Wasserstände werden basierend auf den Hauptwerten und Gefahrenstufen eingestuft (siehe Wasserstände). Für die meisten Pegel werden die Wasserstände basierend auf den Hauptwerten klassifiziert, wobei bei Überschreitung des mittleren Hochwassers (Einstufung hoch) davon auszugehen ist, dass Flüsse über die Ufer treten können und es zu Überschwemmungen kommen kann. Für ausgewählte Pegel werden zusätzlich Hochwassergefahrenstufen definiert.

Liegen Hochwasserwarnung aus Brandenburg oder Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes für Berlin vor, werden diese in die Gesamtbewertung mit einbezogen. Die Hochwasserwarnungen werden für das ganze Land Brandenburg ausgesprochen. Für Berlin sind nur Hochwasserinformationen und –warnungen für das Flussgebiet Havel und für das Flussgebiet Spree relevant. Bitte informieren Sie sich auf dem Hochwasserportal Brandenburg, ob das Flussgebiet Havel oder das Flussgebiet Spree betroffen sind.

Wasserstand (W)

Der Wasserstand (W) von stehenden oder fließenden Gewässern gibt den lotrechten Abstand des Wasserspiegels über einem Bezugshorizont an. Der Wasserstand, gemessen über dem Pegelnullpunkt (PNP), wird in cm angegeben. Die Höhe des Wasserstandes über Normalhöhennull (NHN) wird durch die Addition des Wasserstandes über Pegelnullpunkt mit der dazugehörigen Höhenlage des Pegelnullpunktes (PNP) erhalten. Die Höhe des Wasserstands wird in m+NHN angegeben.

In Berlin besteht eine Wasserstandsmessstation grundsätzlich aus einem Lattenpegel und wird zur kontinuierlichen Messaufzeichnung und Übertragung der Wasserstände mit Messwertgebern, Datensammlern und Datenfernübertragungssystemen ausgestattet. Die Pegellatten haben eine 2 cm-Graduierung und sind gelb-schwarz mit einer E-Teilung.  Als Wasserstandsgeber kommen in Berlin Einperlsysteme, Drucksonden, Winkelkodierer und Radarsensoren zum Einsatz. Ein Großteil der Stationen ist mit einem redundant-diversitären Sensor ausgestattet.

In der Übersichtskarte erfolgt die räumliche Darstellung der Wasserstände. Die Klassifizierung und Einfärbung der Wasserstände basiert auf den Hauptwerten. Es erfolgt eine Unterscheidung in mittleres Niedrigwasser, Mittelwasser, mittleres Hochwasser und höchster gemessener Wasserstand für die Pegel im Land Berlin.

Darüber hinaus werden ausgewählte Pegel im Land Berlin und Brandenburg in Abhängigkeit von der aktuellen Gefahren- bzw. Alarmstufe klassifiziert. Für Berlin werden die Hochwassergefahrenstufen wie folgt definiert:

Gefahrenstufe I:

Flussbett bordvoll, stellenweise kleine Ausuferungen/Überschreitung des oberen Betriebswasserstands

Gefahrenstufe II:

Teilweise unbebaute Grundstücke/Grünflächen betroffen. Einzelne Gebäude gefährdet.

Gefahrenstufe III

Teilweise einzelne bebaute Grundstücke betroffen

Gefahrenstufe IV:

Bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet.

 

Aktuell wurden Hochwassergefahrenstufen nur für den Bereich der Unteren Havel (Pegel Pfaueninsel und Tiefwerder) und für den Bereich der Müggelspree (Köpenick) definiert. Für Brandenburg finden Sie eine Beschreibung der Hochwasseralarmstufen hier: Link.

Zudem werden Stationen unterschieden, die zurzeit inaktiv sind oder für die keine Klassifizierung bzw. für die keine aktuellen Daten (>24h) vorliegen. Ein Klick auf die Station führt zu weiteren Informationen sowie den aktuellen Messwerten zu diesem Pegel.

Für die einzelnen Messstationen wird der Wasserstand bezogen auf den Pegelnullpunkt in cm und auf Normalhöhennull in m+NHN angegeben. Folgende Daten werden als Diagramm dar und zum Download zur Verfügung gestellt. Für die Darstellung kann der Zeitraum und die Auflösung frei gewählt werden.

Wassertemperatur

Die Wassertemperatur beeinflusst nahezu alle physikalischen, chemischen und biologischen Vorgänge im Gewässer.

Ein Anstieg der Wassertemperatur bewirkt eine Abnahme der Löslichkeit von Gasen. Beispielsweise sinkt der maximal mögliche Sauerstoffgehalt mit zunehmender Wassertemperatur (siehe Sauerstoffgehalt, Sauerstoffsättigung). Kühlwassereinleitungen können demzufolge zu einer Belastung des Sauerstoffhaushalts eines Gewässers beitragen.

Die im Wasser lebenden Organismen sind an bestimmte Temperaturbereiche angepasst und tolerieren starke Abweichungen nur in begrenztem Umfang. Eine Erhöhung der Wassertemperatur vor allem in den Wintermonaten begünstigt die Einwanderung invasiver Arten (Neobiota).

Zeitangaben

Alle Zeitangaben beziehen sich auf die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) ohne Berücksichtigung der Sommerzeit (MESZ).

Letzte Aktualisierung der Texte: 30.04.2019